Teilnahmebedingungen auf deutsch

1. ALLGEMEINES

1.1 Grundsätze

1.1.1 Der Cup umfasst zwei Disziplinen: Karvingski und Langlauf.
1.1.2 Jeder Wettkampf umfasst vier Rennen:
* Qualifikation
* Viertelfinale
* Halbfinale
* Finale
1.1.3 Jedes Rennen umfasst zwei Durchläufe.
1.1.4 Die Skifahrer nehmen an allen Rennen und Durchläufen teil, in denen sie eingeschrieben sind, sie scheiden nur bei ausdrücklichem Ausschluss aus dem Rennen aus.
1.1.5 Damen und Herren laufen auf der gleichen Strecke zu gleichen Wettkampfbedingungen.
1.1.6 Entsprechend den im Viertel- und im Halbfinale erreichten Ergebnissen, werden die Teilnehmer im darauf folgenden Lauf in zwei Gruppen eingeteilt:
* Die Teilnehmer, die die besten Ergebnisse erreicht haben, werden Gruppe 1 zugeteilt.
* Die anderen Teilnehmer werden Gruppe 2 zugeordnet.
1.1.7 Nur der beste Durchlauf von jedem Rennen zählt für die Bewertung.
1.1.8 Der beste Läufer ist derjenige, der nach Errechnung der Koeffizienten die niedrigste Punktzahl im Karvingski und die beste Zeit im Langlauf erreicht hat.

1.2 Läufer

1.2.1 Die Läufer nehmen als Tandem am Wettkampf teil.
1.2.2 Ein Tandem setzt sich aus einem sehbehinderten Läufer und seinem Begleiter zusammen.
1.2.3 Während des Wettkampfes ist innerhalb des Tandems keinerlei Körperkontakt erlaubt. Jedoch kann der Wettkampfleiter auf gewissen, genau gekennzeichneten Streckenabschnitten aus Sicherheitsgründen Kontakt zulassen.
1.2.4 Die Tandems sind nach dem Behinderungsgrad des sehbehinderten Läufers klassifiziert.
1.2.5 Die Sehbehinderungen sind in folgende Kategorien eingeteilt:
* B1Blinde (mit Augenbinde)
* B2 Sehbehinderte (Sehschärfe mit Korrektur zwischen 0,005 und 0,0100)
* B3 Sehbehinderte (Sehschärfe mit Korrektur zwischen 0,0100 und 0,0333)
* B4 Sehbehinderte (Sehschärfe mit Korrektur zwischen 0,1000 und 0,4000)
1.2.6 Ein Koeffizient der Behinderung wird für jede Kategorie im erreichten Resultat angewandt, um eine einheitliche Bewertung für jede Disziplin zu erstellen.
1.2.7 Die benutzten Behinderungskoeffizienten sind die derzeit für die Paraolympischen Wettkämpfe gültigen Zahlen.
1.2.8 Die Kategorie B4 hat keinen Ausgleich durch einen Behinderungskoeffizienten.
1.2.9 Die Läufer können an beiden Wettkämpfen teilnehmen, Carving und Langlauf.
1.2.10 Aus organisations- und planungstechnischen Gründen kann der Veranstalter einen Teilnehmer, der in beiden Disziplinen eingeschrieben ist, jederzeit bitten, in nur einer Disziplin weiter zu laufen.
1.2.11 In diesem Fall können die Teilnehmer die Disziplin wählen, in der sie laufen oder weiterlaufen möchten.
1.2.12 Die Teilnehmer können sich mit Einsprüchen in einer der offiziellen Sprachen an den Wettkampfleiter wenden (s. 1.6.1 der Wettkampfordnung). Einsprüche müssen spätestens 30 Minuten vor der Bekanntmachung des jeweiligen Ergebnisses erfolgen.

1.3 Zeitmessung

1.3.1 Die Zeitmessung wird vom Durchlauf des behinderten Läufers ausgelöst.
1.3.2 Beim Durchlauf der Ziellinie durch den Behinderten wird die Zeitmessung gestoppt.
1.3.3 Die Ziellinie ist durch eine transversale, rote Linie auf dem Boden gekennzeichnet.
1.3.4 Aus Gründen der Zeitmessung können die Organisatoren jederzeit von den behinderten Wettkampfteilnehmern verlangen, ein deutlich sichtbares, von ihnen bestimmtes Kennzeichen für die Dauer des Rennens zu tragen.
1.3.5 Der Wettkampfleiter kann jederzeit den Teilnehmern, die die unter Artikel 1.3.4. angeführte Regel nicht respektieren, Strafpunkte geben.

1.4 Wettkampfleiter

1.4.1 Jeder Wettkampf hat einen von den Organisatoren bestimmten Wettkampfleiter.
1.4.2 Der Wettkampfleiter überwacht den Ablauf des ihm zugeteilten Wettkampfs, trifft diesbezügliche Entscheidungen, besonders Zeit und Ort des Beginns und den Verlauf der Piste, stellt die Bewertung auf, entscheidet im Fall von Unklarheiten in der Befolgung und Auslegung der Wettkampfregeln, die in diesem Dokument festgelegt sind.
1.4.3 Gegen die Bewertung in den jeweiligen Wettkämpfen und die Entscheidungen des Wettkampfleiters kann bei der Jury Einspruch erhoben werden.
1.4.4 Einspruch durch einen Teilnehmer bei der Jury kann nur schriftlich und in einer der offiziellen Sprachen (s. 1.6.1 der Wettkampfordnung) und spätestens eine Stunde nach Veröffentlichung des Ergebnisses erhoben werden.

1.5 Jury

1.5.1 Jeder Wettkampf hat eine Jury zusammengesetzt aus drei von den Organisatoren bestimmten Mitgliedern.
1.5.2 Die Jury entscheidet bei Einsprüchen und kann im Fall von fahrlässigem Verhalten, mangelnden Fair-play, Nichtbeachten der vorliegenden Wettkampfregeln oder Anweisungen der Organisatoren den Ausschluss aussprechen.
1.5.3 Gegen die Entscheidungen der Jury kann kein Einspruch erhoben werden, da diese definitiv sind.

1.6 Sprachen

1.6.1 Die offiziellen Sprachen sind Französisch, Deutsch, Italienisch und Englisch.
1.6.2 Nur die französische Fassung der vorliegenden Wettkampf- und Teilnahmebedingungen sowie aller anderen offiziellen Dokumente ist verbindlich.

1.7 Ärztliches Attest und Bescheinigungen

1.7.1 Bei der Einschreibung müssen die sehbehinderten Teilnehmer ein augenärztliches Attest vorlegen, das in einer der offiziellen Wettkampfsprachen (s. 1.6.1 der Wettkampfordnung) abgefasst ist. Dieses Dokument ist obligatorisch für die Teilnahme am Wettkampf.
1.7.2 Die sehbehinderten Wettkampfteilnehmer bestätigen, dass die im augenärztlichen Attest bescheinigte Behinderung genau ist und der Wahrheit entspricht
1.7.3 Die behinderten Wettkampfteilnehmer und ihre Begleiter bescheinigen, dass sie im Besitz einer in der Schweiz gültigen Unfallversicherung sind, die die Risiken der hier beschriebenen Wettkampfordnung abdeckt.

2. CARVING SKI

2.1 Piste

2.1.1 Die Gesamtlänge der Piste vom Start bis zur Ziellinie beträgt mindestens 200 Meter. Bei zwingenden Umständen, der Wettkampfleiter kann beschliessen, die Piste zu verkürzen.
2.1.2 Die Piste ist abgesperrt und für das Publikum nicht zugänglich. Nur befugten Personen ist der Zutritt gestattet.
2.1.3 Jede Wettlaufstrecke hat mindestens acht Tore und maximal 18.
2.1.4 Jedes Tor hat ein, zwei oder drei verschiedenfarbige Bojen.
2.1.5 Die farbigen Bojen müssen starke Kontraste aufweisen, sowohl untereinander als auch zum Schnee (Empfohlene Farben von Innen nach Aussen: Grün, Rot, Blau).
2.1.6 Während des Wettkampfes dürfen die Bojen nie ganz von Schnee bedeckt sein.
2.1.7 Die Bojen zeigen verschiedene Punktwerte an:
* Innere Boje : 3 Punkte
* Mittlere Boje : 4 Punkte
* Äussere Boje : 5 Punkte
2.1.8 Der Mindestabstand zwischen zwei Bojen des gleichen Tors beträgt 1,50 m, der empfohlene Abstand ist 3 Meter.
2.1.9 Der Mindestabstand der Bojen zwischen zwei verschiedenen Toren beträgt 5 Meter, der empfohlene Abstand ist 12 Meter.
2.1.10 Jedes Tor kann horizontal, vertikal oder schräg zur Hanglinie platziert werden.

2.2 Ausrüstung

2.2.1 Der Gebrauch von Radio und Glöckchen ist erlaubt.
2.2.2 Das Tragen eines Sturzhelmes ist obligatorisch.

2.3 Start

2.3.1 Die Startreihenfolge im ersten Durchlauf der Qualifikation wird durch das Los bestimmt.
2.3.2 Die Startreihenfolge des ersten Durchlaufs Wettkämpfe der drei anderen Durchläufen (Viertelfinale, Halbfinale und Finale) erfolgt nach der Bewertung im vorhergehenden Wettkampf.
2.3.3 Die im vorhergehenden Wettkampf nicht platzierten Teilnehmer starten nach den platzierten Läufern in alphabetischer Reihenfolge (nach Familiennamen).
2.3.4 Im zweiten Durchlauf jedes Wettkampfes starten die Läufer in umgekehrter Reihenfolge zum ersten Durchlauf.

2.4 Bewertung

2.4.1 Die Bewertung erfolgt nach folgender Formel:
Gemessene Zeit dividiert durch die erreichte Punktzahl, multipliziert mit 100 und den Koeffizienten der Behinderung
2.4.2 Der Sehbehinderte Läufer, der ein Tor verpasst, eine Boje abreisst oder aufgibt ist nicht platziert, dies schliesst ihn jedoch nicht vom zweiten Durchgang sowie weitere Wettkämpfe aus.

3. LANGLAUF

3.1 Rennen

Der Wettkampf im Langlauf setzt sich aus zwei Disziplinen zusammen:
* Langlauf im klassischen Stil
* Skating

3.2 Loipe

3.2.1 Die Loipe ist eine Schleife von 500 Metern. Bei zwingenden Umständen, kann der Wettkampfleiter eine Verkürzung beschliessen.
3.2.2 Die Teilnehmer im klassischen Langlauf und im Skating laufen normalerweise den Parcours in jedem Durchgang drei Mal durch, um auf eine Rennstrecke von 1,5 km zu kommen.

3.3 Ausrüstung

Der Gebrauch von Radios, Lautsprecher und Glöckchen ist gestattet.

3.4 Start

3.4.1 Die Startreihenfolge im ersten Durchlauf der Qualifikation wird durch das Los bestimmt.
3.4.2 Die Startreihenfolge des zweiten Durchlaufs ist die gleiche wie die im ersten Durchlauf der Qualifikation.
3.4.3 Die Startordnung der beiden folgenden Durchläufe in den drei folgenden Rennen (Viertelfinale, Halbfinale und Finale) erfolgt nach der Bewertung im vorhergehenden Wettkampf.
3.4.4 Die im vorhergehenden Wettkampf nicht platzierten Teilnehmer starten nach den platzierten Läufern in alphabetischer Reihenfolge (nach Familiennamen).
3.4.5 Bei den Durchläufen der Qualifikation gehen die Läufer nacheinander mit einem Abstand von etwa 60 Sekunden an den Start
3.4.6 Die Läufer starten von einer Linie aus, die Anzahl der gemeinsam startenden Läufer wird von Rennleiter bestimmt. Die Läufer starten mit einem Abstand von etwas 60 Sekunden (Viertelfinale, Halbfinale und Finale).

3.5 Bewertung

3.5.1 Die Läufer in den Disziplinen klassischer Langlauf und Skating werden einer einheitlichen Bewertung unterstellt. Dazu wird in der Skating Disziplin ein Disziplinskoeffizient auf jede Behinderungskategorie angewendet.

3.5.2 Der Disziplinskoeffizient entspricht dem Mittelwert der drei Welt besten Ergebnisse für eine Strecke von 1.5 km im klassischen Langlauf in der entsprechenden Behinderungskategorie dividiert durch den Mittelwert der drei Weltbesten Ergebnisse in der Disziplin Skating in der jeweiligen Behinderungskategorie ebenfalls für eine Rennstrecke von 1,5km.
3.5.3 Der auf die Sehbehinderungskategorie B4 angewandte Disziplinskoeffizient ist der gleiche wie der bei der Kategorie B3.
3.5.4 Die Bewertung basiert auf folgender Formel:
Die erreichte Zeit multipliziert mit dem Behinderungskoeffizienten und ausschliesslich in der Disziplin Skating noch multipliziert mit dem Disziplinskoeffizient.
3.5.5 Der sehbehinderte Läufer der aufgibt, wird als nicht bewertet eingestuft, dies schliesst ihn jedoch nicht vom zweiten Durchgang sowie weitere Wettkämpfe aus.

Lausanne, den 1 Juni 2014